Generationenfreundlich leben & wohnen

Selbständig in den eigenen vier Wänden, in der vertrauten Umgebung - dies ist ein Wunsch vor allem auch von älteren Menschen. 

Dabei gilt es jedoch sich schon frühzeitig Gedanken zu machen, wie und wo man im Alter leben möchte. Durch geeignete bauliche Massnahmen können viele Wohnungen und Häuser barrierefrei und seniorengerecht umgestaltet werden- eine Grundvoraussetzung für ein möglichst selbständiges Leben auch bis ins hohe Alter.

In der Auswahlleiste rechts finden Sie wichtige Infos zu diesem Thema.

 

Unser Brief an die Gemeinderäte Freiburgs zu diesem Thema:

Demografischer Wandel erfordert Umdenken im Wohnungsbau

das aktuell diskutierte „Kommunale Handlungsprogramm Wohnen in Freiburg“ lässt Anforderungen, die sich aus dem demografischen Wandel und der damit einhergehenden Barrierefreiheit ergeben, fast völlig außer acht. 

Laut der Studie „Wohnen 65plus“ (in Deutschland) des Pestel-Instituts Hannover, hat „die Zahl der Menschen in der Altersgruppe 65plus in Deutschland seit 1991 um knapp 4,8 Mio. auf 16,9 Mio. Personen Ende 2011 zugenommen.“
„Gehörten 2011 rund 16,6 Mio. Personen der Altersgruppe 65plus an, so wird deren Zahl zwischen 2035 und 2040 mit 23 bis 24 Mio. Personen einen Höchstwert erreichen (…)“.

„Nur gut 5 % der gut 11 Mio. Haushalte leben in weitgehend barrierearmen Wohnungen.“

 Auf Freiburg bezogen wird es laut Pestel-Studie in den nächsten Jahrzehnten über 50.000 Menschen über 65 und über 6.000 Pflegebedürftige geben. Somit ergibt sich ein Bedarf an 5.158 barrierefreien Wohnungen und ein Investitionsvolumen von über 80 Mio. €.

 Die momentane Situation in Freiburg:

In Freiburg leben 1.786 Personen mit einem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen aG (außergewöhnliche Gehbehinderung), sowie 213 Personen mit dem Merkzeichen Bl (Blinde). Weitere 9.200 Freiburgerinnen und Freiburger haben eine erhebliche Gehbehinderung (G) und sind somit ebenso auf barrierefreien Wohnraum angewiesen.

Von den 1.932 Menschen, die in 21 Freiburger Pflegeheimen und weiteren 1.788 Personen, die in betreuten Wohnanlagen leben, haben sehr viele eine Gehbehinderung und benötigen ebenfalls eine barrierefreie Wohnumgebung.

Somit ergibt sich heute schon ein Bedarf für rund 12.000 Mitbürger/Innen, für die schon vor langer Zeit barrierefrei hätte gebaut / umgebaut werden müssen.

Generell sollte Wohnungsbauplanung - unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit - nicht nur die Ökologie und Ökonomie, sondern auch das Soziale und damit auch die barrierearme Bauweise in den Vordergrund stellen (s. Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit im Anhang)

Barrierefreies  Bauen und Wohnen ist demnach im Endeffekt sogar billiger, da nicht nur die geringfügig höheren Baukosten, sondern alle Folgekosten volkswirtschaftlich betrachtet werden müssen.

Auch hierzu liefert die Pestel-Studie Zahlen:

„Die Pflegebedürftigkeit betrifft rund 11 % der Menschen aus der Altersgruppe 65plus. Davon wieder ein Drittel bedarf der vollstationären Pflege in Heimen. Der finanzielle Aufwand für die Pflege insgesamt lag im Jahr 2011 bei rund 48 Mrd. Euro.“

Daher lohnt es sich immer präventiv barrierefrei zu bauen!

Deshalb bitten wir Sie:

Schließen Sie sich unserer Forderung an, die historische Wohnungsbau-Chance, die momentan in Freiburg gegeben ist, zu nutzen und grundsätzlich generationenfreundlich und damit nachhaltig zu bauen!

 

 

 

Demographischer Wandel

© Wilhelmine Wullf_All Silhouttes.de/ pixelio.de